AK klärt über Rechte auf: Arbeitnehmer verzichten aus Unwissenheit oft auf Pflegefreistellung

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Viele Anfragen an die AK-Juristen gibt es derzeit zum Thema Pflegefreistellung. Arbeitnehmer kennen oft die Bestimmungen nicht und haben Angst, eine Pflegefreistellung anzumelden. „Damit verzichten viele auf ein Recht, das ihnen zusteht. Allerdings müssen bestimmte Regeln eingehalten werden“, informiert die AK.

Berufstätige haben Anspruch auf bezahlte Pflegefreistellung, wenn sie wegen der Betreuung erkrankter Kinder oder naher Angehöriger, die im gemeinsamen Haushalt leben, nicht zur Arbeit gehen können. „Diese Krankenpflegefreistellung kann genommen werden, wenn keine andere Person da ist, die sich um das kranke Familienmitglied kümmern kann“, betont AK-Arbeitsrechtsexperte Dr. Wolfgang BACHER.

Pflegefreistellung kann auch beansprucht werden, wenn Arbeitnehmer wegen der Betreuung ihres gesunden Kindes zu Hause bleiben müssen, weil die Person, die es ständig betreut, aus schwerwiegenden Gründen wie zum Beispiel einer schweren Erkrankung oder wegen eines Aufenthalts in einer Heil- und Pflegeanstalt ausgefallen ist.

Anspruch auf Pflegefreistellung haben Beschäftigte sofort nach Antritt des Dienstverhältnisses. „Die Kranken- und Betreuungsfreistellung besteht im Ausmaß von einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit, also einer Woche pro Arbeitsjahr“, informiert BACHER. Bei einer neuerlichen Erkrankung eines Kindes bis zum 12. Lebensjahr gibt es eine zusätzliche Freistellungswoche innerhalb eines Arbeitsjahres.

Gleiche Bezahlung
Arbeitnehmer dürfen während der Freistellung finanziell nicht schlechter gestellt werden. Sie müssen zumindest jenes Entgelt erhalten, das sie auch bekommen hätten, wenn sie normal gearbeitet hätten. „Wichtig ist, dem Arbeitgeber die Inanspruchnahme einer Pflegefreistellung unverzüglich zu melden“, sagt BACHER.

Sollte es dennoch zu Problemen mit dem Dienstgeber kommen, können sich Betroffene an die AK wenden. AK-Hotline 050 477-1000

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