Kreditverträge: AK-Konsumentenschutz rät zur genauen Prüfung von Zusatzvereinbarungen mit Banken

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Ein Zinsindex, nach dem Banken den Zinssatz für Kredite berechnen, ist mit April ausgelaufen. Viele Banken nehmen das zum Anlass, um ihre Margen in bestehenden Kreditverträgen zu erhöhen. Die AK rät: Zusatzvereinbarungen genau prüfen und schlechteren Konditionen keinesfalls zustimmen!

Kreditzinsen waren früher unter anderem an die sogenannte Sekundärmarktrendite (SMR) gekoppelt. Dieser von der Österreichischen Kontrollbank ermittelte Zinsindikator wird seit April 2015 nicht mehr berechnet. Die sogenannte UDRB gilt seither als gesetzlich festgelegter Nachfolgeindex  für Alt- und Neuverträge – sofern nichts Abweichendes vereinbart wurde.

Die Banken sind also seit dem 1. April 2015 per Gesetz dazu verpflichtet, den neuen Wert bei der Berechnung des Sollzinssatzes anzuwenden. Eine Ausnahme stellt die „SMR inländische Banken“ dar. Die Nachfolge dieses Zinsindikators ist nicht gesetzlich geregelt, weshalb Banken mit ihren Kunden individuelle Zusatzvereinbarungen treffen müssen. „Manche Banken nehmen das zum Anlass, durch diese Folgevereinbarung zu einem höheren Zinsaufschlag zu kommen“, sagt AK-Konsumentenschützer Mario Drussnitzer. Der AK Kärnten liegen Fälle vor, in denen der Aufschlag sogar verdoppelt wurde!

Änderungen ablehnen

Einige Banken gehen noch weiter und versuchen, durch Änderung der Zinsanpassungs-klauseln eine Weitergabe von Negativzinsen an die Verbraucher auszuschließen. „Wir können nur raten, so eine Vereinbarung nicht zu unterschreiben“, betont Drussnitzer. Zur Frage, ob die Bank derartige Negativzinsen an die Kreditnehmer weitergeben müssen, sind derzeit drei Musterprozesse im Laufen.

AK-Konsumentenschutz: 050 477-2000

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